„Bessere Chancen für Kinder und Eltern“

Renate Schmidt zu Gast in Leinfelden-Echterdingen

(pm).

Am Freitag, 15.5.09, war die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt (SPD) auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold zu Gast in Echterdingen. Knapp 40 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich am späten Nachmittag in der Zehntscheuer zu Vortrag und Diskussion eingefunden. Sowohl junge als auch ältere Bürgerinnen und Bürger konnten einem lebendigen und sehr bildhaften Vortrag von Renate Schmidt folgen und für jede Generation Ausführungen und Lösungsansätze für bessere Chancen für Kinder und Eltern herausfiltern.

tl_files/bilder/renateschmidt.jpgAusgehend von der demographischen Entwicklung und den daraus resultierenden Herausforderungen an unsere Gesellschaft zeigte Renate Schmidt auf, wo in der Familienpolitik die Ansätze liegen, um diese Herausforderungen in der Zukunft meistern zu können.

Da bei der momentanen Geburtenrate von 1,3 Geburten pro Frau die Berechnungen zeigen, dass im Jahr 2040 nur noch 24 Millionen Erwerbstätige im Gegensatz zu 40 Millionen Erwerbstätigen zur Zeit in Deutschland leben werden. Die ehemalige Familienministerin führte aus, dass die Familien- und Bildungspolitik leider noch nicht als wichtiges Thema in diesem Zusammenhang in den Fokus gerückt ist. Doch gerade bei der Verbesserung der Ganztagesbetreuung, sei es die Erhöhung des Angebotes an Krippenplätzen, Tagesmüttern, Kitas oder Ganztagesschulen ,liegen Chancen. Zwar sei mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem 2. Lebensjahr im Jahr 2013 ein wichtiger Schritt getan, der aber noch lange nicht ausreichen würde. Sie führte jedoch nicht nur die Politik als Verantwortliche an, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu setzen, sondern nahm ebenso die Unternehmen in die Pflicht, bei denen immer noch nicht angekommen sei, dass eine familienfreundliche Unternehmenspolitik sich auch ganz klar in Renditesteigerungen messen lassen kann.

Renate Schmidt führte weiter aus, dass gerade auch in der Bildungspolitik noch viel Erweiterungspotenzial steckt. Zum einen würde in die wichtige frühkindliche Erziehung zu wenig Geld investiert werden und es würden immer noch große Unterschiede in der Bildungsgerechtigkeit herrschen, da bei gleicher Intelligenz und gleicher Begabung Kinder aus bildungsfernen Familien sechsmal schlechtere Chancen haben Abitur zu machen als Kinder aus gutsituierten und bildungsnahen Familien. Wichtig sei daher nicht nur ein Ausbau der Quantität der Kinderbetreuung sondern auch der Qualität.