Gabriel ließ den Saal zum Platzen bringen

Sitzplätze waren lange bevor Sigmar Gabriel das Wort ergriff in der Filharmonie rar geworden. Über 300 Gäste drängten sich in den Saal und erwarteten mit Spannung den Auftritt des Bundesumweltministers.

Der ließ trotz Verspätung dennoch nicht lange auf sich warten und sprach über die künftige Energieversorgung - ohne Atomkraft und schrittweise ohne fossile Energieträger.

Gabriel wischte am Montagabend jegliche Zweifel beiseite, dass eine Energieversorgung, die auf Effizienz und erneuerbare Energien setzt, nicht funktionieren könnte. Gleichwohl seien die Herausforderungen enorm: Eine wachsende Weltbevölkerung, die in wenigen Jahrzehnten die 9 Milliarden Grenze überschritten habe, ausreichend zu ernähren und am industriellen Wohlstand teilhaben zu lassen, sei ein gewaltiger ökonomischer Kraftakt, der schnell zu einer ökologischen Katastrophe führen könne, wenn nicht rechtzeitig die richtigen Weichen gestellt werden würden.

Die Bundesregierung tue dies, zum Beispiel mit 1,4 Milliarden Euro jährlichen Zuschüssen für die Sanierung von Wohngebäuden oder die Erhöhung des Anteils an Kraftwärmekopplungsanlagen. Schon heute sei Deutschland Exportweltmeister in Sachen Umwelttechnik.

Das alles koste Geld, sagte Gabriel. Aber nichts zu tun, keinen Klimaschutz zu betreiben würde um ein vielfaches teurer werden. "Wenn die Preise für Energie steigen, kann die Antwort für den Bundesumweltminister nur sein, Kosten durch neue Technologien zu senken. Wir sind beim Öl wie auf einer Droge und müssen dringend auf Entzug", so Gabriel.