Engagierte Jugendliche auf Stippvisite in Berlin

Jugend und Parlament 2008: Jugendliche testen das Leben als Abgeordnete

Auch in diesem Jahr hat wieder ein Jugendlicher aus unserem Wahlkreis am Planspiel "Jugend und Parlament" teilgenommen. Jonathan Krüger, aus dem Wahlkreis von Rainer Arnold, beschreibt in seinem Bericht, wie er die Arbeit der Abgeordneten kennengelernt hat:

Martin Eschbach, 51 Jahre, verheiratet, keine Kinder -Mit dieser neuen Identität begann für mich Jugend und Parlament 2008, ein Planspiel im Deutschen Bundestag, um Jugendlichen die Arbeit im Parlament vertraut zu machen. Nachdem wir uns damit vertraut gemacht hatten, in den überwältigenden Gebäuden herumlaufen zu dürfen wie sonst nur reale Abgeordnete, ging es auch schon gleich los: Begrüßung im Plenarsaal des Bundestags von Vizepräsidentin Gerda Hasselfeldt. Von den Plätzen der realen Abgeordneten durften wir das Parlament aus einer ganz neuen Perspektive sehen -der eines Abgeordneten.

Vier Tage verbrachte ich also mit 300 anderen politisch interessierten Jugendlichen nun in Berlin und es war eine sehr spannende Erfahrung für diese vier Tage in die Rolle des Abgeordneten hineinzutauchen und im Brustton der Überzeugung über verschiedene Gesetzesentwürfe zu debattieren. Als Abgeordneter der "Partei der sozialen Gerechtigkeit" gelangte ich in die Partei, die sich in der Realität "Die Linke" nennt und durfte aus dieser Perspektive meiner parlamentarischen "Arbeit" nachgehen. Ich wurde dem Auswärtigen Ausschuss zugeteilt und durfte über das Thema "Deutscher Sitz im UN-Sicherheitsrat" diskutieren, was sehr spannend und interessant war. Auch die Erfahrung als Opposition, trotz guter Argumente und einem geschlossenen Vorgehen aller drei kleinen Parteien in den Abstimmungen den Kürzeren zu ziehen, lässt mich das Vorgehen dieser Parteien ganz neu verstehen. Diskutieren, verhandeln, den Bundestag erkunden, in einem Ausschuss und im Plenum über Gesetzesentwürfe abstimmen, mit Reisetasche durchs Paul-Löbe-Haus flanieren, eine Podiumsdiskussion mit den "echten" Fraktionsvorsitzenden führen, Gänge verwechseln, damit im falschen Gebäude landen und täglich vom Sicherheitspersonal abgetastet werden waren alles einzigartige Dinge, die mich für immer an Jugend und Parlament erinnern werden.

Wir, die Teilnehmer, waren alle von einem bestimmten Bundestagsabgeordneten aus unserem Wahlkreis eingeladen worden und so durften wir auch die einladenden Abgeordneten am Montagnachmittag in ihrem Büro besuchen. Obwohl Rainer Arnold für mich nur wenig Zeit hatte, war es trotzdem eine tolle Erfahrung einen Bundestagsabgeordneten, den man bisher fast nur von Plakaten und Zeitungsartikeln kennt, "live" an seinem Arbeitsplatz zu erleben.

Zu meinen Erfahrungen gehört auch, dass Abgeordneter zu sein sehr ermüdend sein kann und nicht eines jeden Traumjob ist. Insgesamt aber blicke ich auf vier Tage voller unvergesslicher außergewöhnlicher Erfahrungen im Regierungsviertel Berlins zurück und kann abschließend sagen, dass Jugend und Parlament eine spannende und sehr informative Veranstaltung ist, die sich für jeden lohnt einmal zu erleben. Auch möchte ich mich bei Rainer Arnold für die Einladung und bei den Organisatoren für das gelungene Planspiel bedanken.