Jugend und Parlament

Du bist so wunderbar, Berlin - Meine „Jugend und Parlament“ - Erlebnisse

18.06.2010

Dank Jugend und Parlament hatte ich zusammen mit 312 Jugendlichen aus ganz Deutschland die Gelegenheit mich vier Tage lang in die Rolle einer Bundestagsabgeordneten hineinzuversetzen.

Am Samstag, den 6. Juni traf ich in Berlin ein, wo alle Teilnehmer im Paul-Löbe Haus empfangen wurden. Neben unserer Parteizugehörigkeit erfuhren wir dort unsere neuen Biografien. Ich war eine 51-jährige Rechtsanwaltsgehilfin aus Xanten, die verheiratet ist und eine 16-jährige Tochter hat und Mitglied der „Arbeiterpartei Deutschland“ (APD), also der SPD ist.

Am ersten Tag im Reichstag mussten wir noch nicht „arbeiten“ und konnten so in aller Ruhe die Führung durch den Reichstag genießen, sowie die Begrüßung durch die Vizepräsidentin Frau Hasselfeldt.

Am zweiten Tag als MdB begannt die Landesgruppensitzung in einer der vier Reichstagstürmen recht früh, wo wir über einen Kandidaten für den Fraktionsvorsitz entschieden. Später folgten die Fraktionssitzung und die Arbeitsgruppensitzung, wo ich zur Arbeitsgruppenleiterin gewählt wurde. Glücklicherweise wurde ich dem Ausschuss meiner ersten Wahl zugewiesen, nämlich dem Ausschuss „Jugend“, der sich mit dem übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen beschäftigte.

Am Montag fanden lange Diskussionen in den Ausschuss- und Fraktionssitzungen statt, da überall eher Uneinigkeit als Konsens herrschte. Zur Mittagszeit war ich im Abgeordnetenbüro vom MdB Rainer Arnold zu Besuch, der mich zu Jugend und Parlament eingeladen hatte. Dort lernte ich einige Mitarbeiter und Herrn Arnold selbst kennen, und durfte sogar einer Besprechung über die kommende Woche beiwohnen. Am Abend durfte ich auf Einladung vom Herrn Rainer Arnold zur Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin, wo ein Empfang für die Mitarbeiter der SPD stattfand. Neben Ute Vogt traf ich dort auch auf andere Teilnehmer von Jugend und Parlament.

Am folgenden Tag fand die Lesung aller Gesetzesvorlagen im Plenarsaal des Bundestags statt, wo die APD als Oppositionspartei leider kaum Chancen hatte etwas durchzusetzen. Nach der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Bundestag und dem Schlusswort des Bundespräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert, trat ich meine Heimreise an, mit vielen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen im Gepäck.

bild_linksAls normaler Bundesbürger hat man kaum Einblicke in das Leben eines Politikers, wenn man diesen lediglich im Fernsehen sieht. Ich weiß nun, dass es anstrengend aber aufregend sein muss, ein Politiker zu sein, man aber mehr Verpflichtungen als Freizeit hat, da man meist bis spät in die Nacht arbeiten muss. Als weiteres wurde mir durch diese vier Tage klar, dass eine Gesetzesvorlage sehr viele u.a. komplexe Schritte durchläuft, bis sie tatsächlich zu einem Gesetz wird, und so die Einflussmöglichkeiten einzelner Persönlichkeiten eingeschränkt ist. Politik als solches braucht viele Menschen, dass sie funktioniert, und ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, vier Tage lang einer dieser Menschen zu sein.

Marianne Bonev