Rainer Arnold besuchte Firmen und Einrichtungen in Wolfschlugen

(pm). In regelmäßigem Turnus besucht der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) verschiedene Einrichtungen und Firmen vor Ort, denn der direkte Kontakt zu Bürgern und Einrichtungen ist für ihn unabdingbar. Dieses Mal führte ihn sein Weg nach Wolfschlugen, wo er ortsansässige Firmen besuchte. Zum Abschluss des Besuchstages in Wolfschlugen diskutierte Arnold am Abend mit Bürgern im Gasthaus Sonne.

Metallbau Schreiber GmbH

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Bereits 1969 wurde das Traditionsunternehmen „Metallbau Schreiber GmbH“ (MKS) von Karl Schreiber gegründet. Vor einigen Jahren gab es dann einen Generationenwechsel: die Tochter Christel Schreiber wurde Geschäftsführerin. Seit Beginn bildet MKS Lehrlinge aus. MKS zeichnet als Unternehmen aus, dass es ein umweltbewusster Zuliefererbetrieb ist, welcher schnell und qualitativ hochwertig auf aktuelle Anforderungen am Markt reagieren kann. Dadurch ist die Firma in verschiedenen Branchen international konkurrenzfähig. So hat der Betrieb in eine hoch qualifizierte Blechbearbeitung mit Pulverbeschichtung investiert und den Standort erweitert.

pema elektrotechnik GmbH

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Seit 2002 ist der Betrieb konstant und solide gewachsen, sodass auch in der Krisenzeit 2009 keiner entlassen werden musste und 2011 eine neue Produktionsstätte in Rumänien eröffnet werden konnte. Die Kurzarbeit hat nach Aussage des geschäftsführenden Gesellschafters Rolf Hahn die Firma gerettet. Neben der reinen Kabelkonfektion und Baugruppenmontage ist die Firma auch seit 1 ½ Jahren im Personaldienstleistungsbereich tätig und unterstützt Kunden vor Ort bei der Entwicklung neuer oder bei der Optimierung bestehender Komponenten.

Heidler Strichcode GmbH

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In der Firma Heidler Strichcode GmbH  konnte ich das neueste Software-Produkt begutachten. Es erlaubt, schnell und zuverlässig das Volumen eines Paktes zu errechnen, was für immer mehr Versanddienste eine wesentliche Voraussetzung für die Preisberechnung ist. Seit einiger Zeit stellt der Betrieb vermehrt neue Mitarbeiter ein, da die spezielle Versand-Software für viele verschiedene Paketdienste nutzbar ist und sich deshalb weltweit gut verkauft. Das mittelständische Softwareunternehmen gehört zu den führenden Anbietern in dieser Sparte. Momentan arbeiten 20 Personen im Betrieb.

Thomson Neff GmbH

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Thomson Neff ist Teil der amerikanischen Technologiegruppe Thomson. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Kugelgewindegetrieben. Das Unternehmen ist mit seinen circa 100 Mitarbeitern und einer Gesamtfläche von 21 000 qm derzeit das größte Unternehmen am Ort. Nach dem Gespräch führte Herr Horn (links im Bild) noch durch die Fertigungshallen.

DINA Elektronik GmbH

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Geschäftsführer Dirar Najib freut sich, dass sein Betrieb sich von der Krise 2009 gut erholt hat und so der dringend benötigte Erweiterungsbau in Angriff genommen werden konnte. Nächstes Jahr soll es das Einweihungsfest geben. Derzeit beschäftigt Najib 35 Personen, doch leider gestaltet sich die Suche nach Fachingenieuren schwierig. DINAs Schwerpunkt liegt schon seit 25 Jahren auf dem Gebiet der Industrieelektronik und auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit für Maschinen und Anlagen. Für das nächste Jahr befürchtet Herr Najib einen kleinen wirtschaftlichen Einbruch, doch ist es am wichtigsten, gute Mitarbeiter und Produkte zu haben und nicht nur von Banken abhängig zu sein. Ein altes arabisches Sprichwort lautet: „Der Wind weht anders, als die Schiffe es brauchen können.“

BKW Kälte-Wärme-Versorgungstechnik GmbH

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Auch bei BKW mit seinen 92 Mitarbeitern konnten Entlassungen in der Krise dank der Kurzarbeit verhindert werden. Seit 2011 läuft es ihrer Meinung nach sehr gut.

Zum Abschluss des Besuchstages in Wolfschlugen sprach Rainer Arnold am Abend zur Eurokrise im Gasthaus Sonne.

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Der Bundestagsabgeordnete erinnerte an die Grundidee, mit der europäischen Einigung dem Frieden zu dienen; diese Verpflichtung gelte auch in Krisenzeiten. Der Friedensnobelpreis, der der EU zugesprochen wurde, sei eine Auszeichnung dieser Idee, abergleichzeitig Mahnung, im Bemühen um Frieden und Sicherheit weltweit nicht nachzulassen.

Deshalb seien der Erhalt Europas und die solidarische Hilfe für notleidende europäische Staaten im Interesse Gesamteuropas. Auch Deutschland brauche den Euro, da ein Großteil seiner Exporte in den Euroraum ginge, insofern übernehme die SPD, obwohl Oppositionspartei, Verantwortung und habe deshalb den Rettungspaketen zugestimmt. Klar müsse jedoch auch sein, dass es für die Zahlungen – 22 Mrd. Finanzhilfen plus Bürgschaften - Bedingungen gebe. Leider habe das schlechte Krisenmanagement der Bundesregierung die Krise verschlimmert, denn durch das Zögern der Regierung kämen die Hilfen zu spät und seien zu ungefähr. „Neuer Krisenhelfer ist die Europäische Zentralbank. Dies kann nicht in unser aller Interesse sein, da nur demokratisch gewählte Parlamente bei der Lösung entscheiden sollten und nicht die formal unabhängige EZB“, so Arnold. Die Frage einer Bürgerin, ob Deutschland in der EZB überstimmt werden könnte, bejahte Arnold. Deutschland könne mit seinem Anteil von 27% Prozent überstimmt werden. Das Gerücht, beim ESM gebe es keine demokratische Kontrolle, entspreche keinen falls der Wahrheit. Der Gouverneursrat muss im Vorfeld schon informieren und die Finanzminister sind durch entsprechende Weisungen der Regierung und des Parlaments gebunden.

Man brauche nun klar strukturierte zukunftsweisende Konzepte. Peer Steinbrück habe beispielsweise erst kürzlich im Auftrag der SPD-Bundestagsfraktion in einem Papier präzisiert, was zur Bändigung der Finanzmärkte nötig sei. Ein Bürger fragte kritisch nach, wieso die Banken in Spanien wieder gerettet würden, diese wären doch an der Misere schuld. Arnold führte daraufhin aus, dass es derzeit keine direkte Bankenhilfe gebe. Erst wenn die EZB eine europäische Bankenaufsicht aufgebaut habe, dürfe der ESM Banken auch direkt mit Darlehen unterstützen.

Grundsätzlich sei es natürlich richtig, dass die Banken an den Kosten der Krise beteiligt werden müssten. Deshalb fordere auch Steinbrück in seinem Papier, die Finanztransaktionssteuer umzusetzen. Zudem müssten Geschäfts- und Investmentbanking getrennt werden und der Staat solle sich aus der Haftung zurückziehen. Die Banken sollten stattdessen unter Beteiligung der Aktionäre und Gläubiger einen eigenen Rettungsschirm bauen. „Auch Aktionäre und Gläubiger müssen an den Verlusten beteiligt werden“. Schließlich und endlich müsse es auch die Möglichkeit geben, Banken in die Insolvenz gehen zu lassen.

Insgesamt gesehen sei ein vertieftes Europa, bei dem nicht nur die Wirtschaft oder die Finanzen gemeinsam betrachtet würden, sondern auch eine Sozialunion geschaffen werde, der richtige Weg.

Im Anschluss an Arnolds Impulsreferat wurde anregt über Griechenland, die Eurokrise, aber auch über das Rentensystem, Altersarmut und das Verhältnis der Gewerkschaften zur SPD diskutiert. Zum Thema Griechenland wollte eine Zuhörerin wissen, wie viel Zeit denn dem Land gewährt werden müsste und wieso nur die Banken und nicht die Menschen Gelder erhielten. Letztere bekämen ihr Geld ja von den Banken, so Arnold, und wenn der Staat kein Geld mehr erhalte, könne er auch die Polizei beispielsweise nicht mehr bezahlen. „Was die Dauer der Hilfe betrifft“, meinte Arnold, „darf man jetzt nicht mit der Brechstange versuchen, das Land kaputt zu sparen. Man muss Griechenland auch mit Expertisen zur Seite stehen und Impulse für die Wirtschaftsförderung geben“.