Rainer Arnold, Ulrich Kelber und Ute Vogt bei der Windreich AG in Wolfschlugen

Wolfschlugen (pm). Besuch bei der Windreich AG: Der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold und seine Kollegen Ute Vogt und Ulrich Kelber (alle SPD) trafen am vergangenen Freitag den Vorstandsvorsitzenden der Windreich AG, Willi Balz zum Gespräch. Themen waren neben der Vorstellung des Unternehmens natürlich die Energiewende.


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Die Windreich AG plant, baut und vertreibt Windkraftanlagen an Land und offener See. Willi Balz verwies bei der Vorstellung des Unternehmens auf den Marktanteil der Windreich AG von gut 35%. Damit ist die Windreich AG Spitzenreiter bei den deutschen Offshore-Windenergieunternehmen.

Kritisch sahen die Gesprächsteilnehmer die von der Bundesregierung neu entfachte Diskussion der Energiewende. „Der Umweltminister hat jetzt in hastiger Heimarbeit Vorschläge in die Runde geworfen, die kein Problem lösen, aber Investoren nachhaltig verunsichern,“ so Rainer Arnold mit Blick auf die Vorschläge von Bundesumweltminister Altmaier, Windbauern und Solarparkbetreiber rückwirkend mit einem "Soli" belasten zu wollen und nur dann neue Windmühlen und Solarparks zu vergüten, wenn das Geld dafür reicht. Ulrich Kelber, Fraktionsvize für den Bereich Umwelt und Energie, äußerte die Vermutung, dass die Regierung offensichtlich kein wirkliches Interesse daran habe, die Energiewende umsetzen. „Dies wird auch daran deutlich, dass die Bundesregierung seit Monaten zuschaut, wie die Umsetzung der Energiewende durch heftigstes Kompetenzgerangel  zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium blockiert wird.“  Die Teilnehmer waren sich einig, dass ein so wichtiges Projekt wie die Energiewende gute Koordination und vor allem Planungssicherheit für Investoren, Unternehmen und Verbraucher benötige.

Übereinstimmung bestand zudem hinsichtlich des sogenannten Fracking. Dabei wird ein Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch in 1000 bis 5000 Meter tiefe Gesteinsschichten gepresst, um so Erdgas zu gewinnen. Dies dürfe, so die Teilnehmer, in Deutschland keine Zukunft haben. Die Methode werde zwar diskutiert; die Wirkung des Chemikaliengemischs auf das Grundwasser sei jedoch noch völlig ungeklärt.

Zur Sprache kam auch die Situation auf dem Offshore-Markt. Die vier großen Energieversorger lägen derzeit mit dem Bau ihrer Windkraftanlagen auf See noch zurück. Zwar hätte das für die Großen den Vorteil, dass sie ihre konventionellen  Kraftwerke länger laufen lassen könnten - allein den Ausbau von umweltfreundlichen Energien bringe dies nicht voran. Aber nicht nur das: „Einige der großen Energieversorger scheinen hier sogar regelrecht auf der Bremse zu stehen,“ so Ute Vogt, Stuttgarter Abgeordnete und Mitglied im Umweltausschuss des Bundestages. In diesen Zusammenhang gehörten auch Kampagnen gegen erfolgreiche Installationen im Offshore-Bereich.

Die Firma Windreich betreibt den in der Nordsee gelegenen Offshore-Windpark Global Tech I. Laut Balz wird der hier erzeugte Strom direkt ins Ruhrgebiet - und damit in die verbrauchsintensivste Region Deutschland – geliefert. Die Anbindung sei, im Gegensatz zu anderen Windparks auf hoher See, gesichert. Insgesamt könne Windreich  zum Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 rund 10.000 MW Offshore-Leistung installiert zu haben, 3.500 MW beitragen. Willi Balz zeigte sich überzeugt, dass mit derart leistungsfähigen Offshore-Windkraftanlagen die konventionellen Kraftwerke nach und nach ersetzt und der CO2 Ausstoß erheblich gesenkt werden könnten. „Und die Möglichkeiten im Bereich der Offshore-Windenergie sind noch lange nicht ausgeschöpft.“